November 9

Was dein Magen mit einer Waschmaschine zu tun hat

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Kennst du den „Hara Hachi Bu“ Punkt deiner Waschmachine? Vermutlich nicht.

Sicher hast du dich aber schon einmal gefragt, wie voll man eine Waschmashine machen sollte, damit die Wäsche bestmöglich gereinigt wird. Einige sagen, dass noch mindestenes eine gespreizte Faust hineinpassen sollte. Andere sagen, dass man maximal 80% der Trommel füllen sollte. Vermutlich kommen diese Mengenangaben ungefähr auf das Gleiche hinaus.

Beim Essen verhält sich das Ganze eigentlich ganz genau so. Der Begriff „Hara Hachi Bu“ kommt aus der Ernährungsphilosophie der Japaner und bedeutet soviel wie „Esse so viel, bis du nicht ganz voll bist“. Er stammt aus der Region Okinawa, wo die Menschen diesen Rat befolgen, um ihre Essensgewohnheiten zu kontrollieren.

Die Bewohner dieser Region leben erstaunlich lange, was neben „Hara Hachi Bu“ auch auf ihre Diät zurückzuführen ist, aber in Kombination zu enormen Lebenslängen führt. Jüngere Generationen beherzigen diese Traditionen nicht mehr ganz so sehr, weshalb die erstaunlich großen Lebensspannen vor allem bei älteren Generationen zu finden sind. 100 Jahre sind hier aber keine Seltenheit.

Aber wie kann man diese 80-Prozent-Regel im Alltag umsetzen? Gar nicht so schwer, wenn man es zur Gewohnheit werden lässt. Idealerweise entscheidest du bereits vor dem Essen, bei welcher Menge du dich satt fühlen könntest, und schätzt dann grob ab, wie 80 % dieser Menge aussehen würden. Vielleicht sind es zwei Drittel des Essens auf deinem Teller, vielleicht etwas mehr. Versuche dabei, dich zufrieden und nicht mehr hungrig zu fühlen, aber nicht gänzlich satt. Schon gar nicht so viel, dass du ein Völlegefühl hast.

Über die Zeit bekommst du dann ein Gefühl für die Mengen und kannst diese optimieren und auch auf deinen Köper hören. Es gilt, den Punkt zu erreichen, an dem du keinen Hunger mehr hast und zufrieden bist, aber zugleich kein Völlegefühl entstanden ist.

Wissenschaftlicher Ansatz

Der Vergleich mit der Waschmaschine passt hier – auch aus wissenschaftlicher Sicht – eigentlich ganz gut. Wenn dein Magen nicht ganz voll ist, hat er zusätzlichen Platz, um besser zu arbeiten. Er kann den Verdauungsprozess effizienter durchführen und spaltet die Nahrung besser auf.

Wenn du deinen Magen zu 100% füllst, wird er außerdem über die Zeit gedehnt. Es braucht mehr Nahrung, um sich satt zu fühlen. Das führt dann zu einer immer größeren Kalorienzufuhr.

Das „Hara Hachi Bu“ zu beachten hat verschiedene gesundheitliche Vorteile. Das Verdauungssystem arbeitet besser, Säureflux tritt seltener auf, Steffwechselstörungen werden vermieden.

Ältere Japaner, die diesem Prinzip seit Jahrhunderten folgen, haben außerdem den niedrigsten Gehalt an freien Radikalen im Blut – und das bedeutet ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.

Wohlbefinden

Und seien wir mal ehrlich – wer fühlt sich mit einem vollen Magen auch wirklich gut? Das Koma-Essen an „All you can eat Buffets“ wird zwar gerne glorifiziert, aber hat doch eigentlich nichts Schönes und genussvolles an sich. Meist rollt man aus dem Restaurant mit einer ziemlichen Träge, die einem die ganze Energie raubt. Kein Wunder, dass man danach oft jammernd auf der Couch landet.

Wer beim Essen auf Qualität statt Quantität achtet und bei der Menge den richtigen Punkt erwischt, zeigt außerdem auch, dass er eine gute Selbstkontrolle hat und trainiert diese damit weiter.

Wichtig ist jedoch, dass du trotzdem satt wirst und dich nach dem Essen zufrieden fühlst. Ansonsten geht das Ganze nämlich nach hinten los. Entweder hältst du die 80% langfristig nicht durch, oder du ißt auf Dauer ungesund wenig. Es kommt also wirklich darauf an, den „Sweetspot“ abzupassen. Dabei ist ohne Frage der beste Rat: Höre auf deinen Körper und das, was in ihm vorgeht. Esse langsam, mache kleine Pausen. Lass dir Zeit.


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