September 26

Warum es die perfekte Ernährung für alle nicht gibt und wie du deine finden kannst

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Genau so wenig, wie es ein perfektes Aussehen oder eine perfekte Beziehung gibt, so gibt es auch nicht die perfekte Ernährung. Wie sollte das auch funktionieren? Viele Lebensmittel haben schließlich sowohl gute als auch schlechte Eigenschaften. Außerdem können diese auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich stark zur Geltung kommen, oder Allergien und Unverträglichkeiten sorgen dafür, dass sie dem Einen gut tun und dem Anderen schaden.

Klar, es gibt Lebensmittel, die ohne Frage für Jeden viele Vorteile bringen, und solche, von denen man auch pauschal abraten kann. Dass ein Apfel oder eine Möhre immer eine gute Idee ist und eine Cola eigentlich nicht einmal geschmacklich zu rechtfertigen ist, geschweige denn als „Lebensmittel“, das weiß wohl mittlerweile Jede(r) – Als Rohrreiniger eignet sich eine Cola übrigens hervorragend – Coca Cola sollte eigentlich das Marketing darauf umstellen.

Ob man dann aber morgens mit Haferflocken oder doch lieber einem Rührei in den Tag starten sollte, oder das Frühstück lieber ganz ausfallen lässt, dass ist hingegen schon höchst individuell. Hier spielen Verträglichkeiten, Veranlagung, der eigene Status Quo und natürlich auch geschmackliche Vorlieben eine große Rolle. Im Folgenden gehe ich diese Punkte einmal durch und ergänze diese noch um den Punkt „Wissen“ – denn dieser spielt dann eben doch eine wichtige Rolle für die langfristigen Benefits.

Verträglichkeiten

Hier hilft es sehr, über eine gewisse Zeit ein Tagebuch zu führen und einfach selbst zu testen. Wenn du alles, was du an einem Tag ißt, hier festhältst und dann auch immer ergänzt, wie du dich danach gefühlt hast, dann lassen sich schnell Feststellungen treffen. Mir hat das sehr geholfen.

Kommt der aufgeblähte Bauch immer von einem bestimmten Brot? Die Kopfschmerzen vom Fruchtsaft? Fühlst du dich nach einer Avocado immer besonders fit?

Bei mir ist es beispielsweise so, dass bei mir keine Gluten-Unverträglichkeit nachgewiesen werden konnte, ich mich aber trotzdem nach Weizenprodukten nicht gut fühle. Wieviel da die Psyche mit hineinspielt, kann man sich zwar zurecht mal fragen, aber es ändert ja erstmal nichts am Ergebnis. Ich bekomme von den meisten Brotsorten einen Blähbauch und zudem ein Zuckerhoch, auf welches dann die Müdigkeit unweigerlich folgt. Warum also dieses Lebensmittel in den Alltag integrieren, wenn man sich danach einfach nicht gut fühlt?

Das Problem ist: Viele Menschen ziehen diese Verbindung gar nicht und schieben ihre Müdigkeit dann auf die letzte Nacht oder andere Faktoren. Dabei wird das Essen als Ursache total oft übersehen, ging mir auch lange so, eigentlich verrückt. Hier hilft das Tagebuch!

Du begibst dich so auf die Suche nach den Dingen, die dir gut tun. Das heisst dann noch nicht zwangsläufig, dass sie langfristig gut geeignet sind, einen wichtigen Teil in deiner Ernährung zu spielen. Aber es hilft enorm, erstmal zu wissen, was dir unmittelbar ein gutes oder schlechtes Gefühl gibt.

Veranlagung

Veranlagung spielt eine große Rolle. Manch Einer braucht deutlich weniger Kalorien als ein Anderer, der womöglich eine Schüssel Reis, (welcher aus ca. 70% Stärke besteht) spielend wegsteckt. (Ein Stärke-Molekül besteht aus vielen Zuckermolekülen, die miteinander verknüpft sind. Beim Zucker-Typ handelt es sich um Glucose. Stärke ist also eine Art Zucker, auch wenn es nicht so schmeckt.)

Hier hilft im Grunde auch nur testen und auf seinen Körper achten, es sei denn, man lässt sich einmal gründlich durchchecken. Eine Möglichkeit ist eine DNA-Analyse, die spannende und aufschlussreiche Infos zur eigenen Veranlagung Einbezug auf die Ernährung geben kann.

In Deutschland sind diese DNA-Analysen, je nach Zweck, nicht so ganz legal. Es gibt aber viele Anbieter, bei denen man sich ein Testkit nach Hause bestellen kann. Da ich im Ausland lebe, hatte ich dieses Problem nicht und habe solch eine Analyse durchführen lassen. Das hat sehr geholfen.

Hilfreich ist es natürlich auch, sich einmal die Personen anzusehen, die direkt mit einem verwandt sind. Was essen sie? Wie korpulent sind sie? Hier lassen sich auch einige, vorsichtige (!) Rückschlüsse ziehen. Aber am Ende hilft auch hier – wie gesagt – nur testen, testen, testen.

Status Quo

Der Status Quo spielt natürlich eine sehr entscheidende Rolle. Mit welchem BMI und Körperfettanteil gehst du an den Start? Solltest du gesundheitsbedingt deinen Fettanteil senken? Oder bist du gar zu dünn? Ist deine Figur ideal und es geht nur darum, den Status Quo zu halten und gesünder zu leben?

Falls es schon Vorbelastungen gibt (Diabetes Typ 2 zum Beispiel ist ja auch schon mit 40 Jahren oder jünger verbreitet) dann muss die Ernährung natürlich auch völlig anders ausfallen. Wenn du fit bist und jeden Tag Gewichte stemmst, aber trotzdem eine Plauze hast, muss die Strategie eine andere sein, als wenn du dünn bist, aber eine wabbelige Schürze mit dir umherträgst. Bei der Gewichtheber-Plauze handelt es sich vermutlich eher im Fiszeral-Fett, dass durch zu viel Alkohol oder Fruktose-Zucker (Cola) entsteht.

Die wabbelige Schürze hingegen kommt vermutlich eher von zu viel Snackerei oder den falschen Kohlenhydraten bei den Mahlzeiten, ist aber gesundheitlich weit weniger bedenklich und etwas, bei dem es ehr um Eitelkeit geht. Ich habe zum Beispiel recht viel von diesem Viszeral-Fett mit mir herumgetragen (schafft eher Volumen, aber kein Kneif-Fett) und das baut sich sehr langsam ab, aber umso wichtiger, dass man es angeht.

Geschmack

Auch Geschmack spielt eine sehr große Rolle. Erst einmal ist grundsätzlich festzustellen, dass Geschmack für Jeden eine unterschiedlich große Wichtigkeit hat. Für manche Menschen ist zum Beispiel die Mahlzeit am Abend ihre Belohnung für den ganzen Tag. Wenn diese nicht schmeckt, ist dann auch automatisch die Stimmung auf dem Tiefpunkt.

Ein Gegenentwurf sind Menschen, für die die Nahrungsaufnahme eher eine unwichtige Rolle spielt. Das sind die Typen, die manchmal einfach komplett vergessen, eine Mahlzeit zu essen. Für Jemand, der seinen ganzen Tag nach den Mahlzeiten ordnet, ist das wiederum undenkbar. (Wie so oft liegt heir das Ideal in der Mitte.)

Somit kommt dann dem Geschmackserlebnis auch eine unterschiedliche Wichtigkeit zu. Wer nicht mit jeder Mahlzeit kulinarische Hochgenüsse erleben muss, dem fällt es meist auch leichter, sich gesund zu ernähren. Nicht, weil es keine leckeren und zugleich gesunden Nahrungsmittel gibt, sondern weil man einfach grundsätzlich flexibler und anpassbarer bleibt.

Ich rate dazu, nicht mit jeder Mahlzeit dem geschmacklichen Hochgenuss hinterherzujagen. Das kann man ja auch 2-3 Mahlzeiten in der Woche beschränken, notfalls einer Mahlzeit am Tag. Wer nicht anders kann, muss eben entsprechend mehr Zeit einplanen. Wer hier aber flexibler ist, hat immer mehr Möglichkeiten. Eine Banane, ein Ei und ein paar Nüsse werden – auch mit einer Prise Salz oder Maggie – wohl nie so viel Sexappeal wie z.B. ein Döner-Sandwich entwickeln können. Damit man hier die richtige Entscheidung trifft hilft dann der letzte Punkt:

Wissen

Wissen ist Macht. Das gilt besonders auch bei der Ernährung. Wer nicht nur weiß, was gut und was schlecht ist, sondern auch das „Warum“ dahinter kennt, dem fällt es viel leichter, das auch umzusetzen. Wenn wir wissen, warum die Pommes eigentlich so schlecht ist und was genau in unserem Körper nach dem Verzehr abgeht, der lässt sie sicher auch leichter links liegen.

In Bezug auf die eigene Ernährung heisst das natürlich dann auch: Man ist befähigter, auch mal selbst zu entscheiden, ob man sich die eine oder andere Sünde gönnen kann oder sie sich lieber verkneift. Man kann auf gewisse Körpersignale achten. Man weiß, was im eigenen Körper passiert, je nachdem welches Nahrungsmittel man hinein gibt. Wenn ich eine große Portion Brokkoli esse, weiß ich genau, dass ich meinem Körper damit etwas sehr Gutes tue, aber ich weiß auch, dass danach erst einmal eine Party in meinem Darm abgehen wird und ich lieber nicht unterwegs bin.

Fazit

Es macht keinen Sinn, irgend einer angeblich perfekten Ernährungsmethode hinterherzujagen. Man muss die Hausaufgaben selber machen, und schauen, was für einen selbst am besten ist. Klar, all die Lebensmittel, die ganz offensichtlich einfach nur schlecht sind (Einfache Regel: darunter fällt fast, bei dem man die Zutaten nicht mehr selbst zurückverfolgen kann bzw. Hieroglyphen und Nummern in der Zutaten-Liste auftauchen) sollte man ruhig pauschal weglassen. Für alles andere gilt: Teste, teste, teste.

Dabei aber auch nicht dogmatisch werden. Wer sich zu 80% gesund ernährt, der kann getrost auch 20% nicht so gesunde Sachen in sich hineinstopfen. Im arithmetischen Mittel geht das noch klar (extrem gesüßte Sachen oder Lebensmittel mit Transfett würde ich aber grundsätzlich streichen, die darf man schon ruhig mal als Gift bezeichnen.)

Viel Spaß bei der Eigenrecherche! Freu mich auf Erfahrungsberichte.


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